Die Arbeit heißt Mälzen

Gerste, frisch vom Feld, muss behandelt werden, bevor sie zum
Brauen geeignet ist. Diesen Vorgang nennen die Fachleute Mälzen. Meist wird
dies von den Brauereien gar nicht mehr selbst erledigt, sondern sie erhalten
das fertige Malz von speziellen Malzfabriken, den Mälzereien. Sogar den
Berufsstand des Mälzers gibt es. Sie sehen also das dies ein Vorgang ist,
der nicht mal eben schnell zwischen Frühstück und Mittag erledigt werden
kann.
Aber warum muss die Gerste behandelt werden? Dies hat mehrere Gründe. Zum
einen werden durch das Mälzen in der Gerste Enzyme freigesetzt, aber auch
Zucker (so genannter Malzzucker) entsteht, der für die Bildung des Alkohols
wichtig ist. Auch die Farbe des Bieres lässt sich über den Malz beeinflussen.
Der Vorgang des Mälzens ist natürlich ,wie alles am Bier, vollkommen
natürlich. Nachdem die Gerste in der Mälzerei angekommen ist, gelangt sie
dort in die so genannte Weiche. In der Weiche passiert nichts anderes, als es
das Gerste zu ermöglichen, sich mit Wasser voll zu saugen. Wasser? Warum denn
das? Ganz einfach - die Gerste wird zum Keimen gebracht, denn von der
Weiche geht es direkt in Keimkästen wo die Gerste solange verbleibt, wie
der Mälzer es für notwendig erachtet. In diesem Keimkästen keimt die Gerste
(was wohl kaum eine Überraschung darstellen sollte).
Ist der Mälzer der festen Überzeugung, das die Gerste genug gekeimt hat
(sie werden nun sich verstehen, warum Mälzen eine Wissenschaft für sich ist)
muss der Keimvorgang unterbrochen werden - wir wollen ja schließlich kein
Gerstenfeld in unserem Bier. Die Gerste wird also getrocknet, oder gedarrt
wie der Fachmann sagt.
Hierzu wird die Gerste bei 80-85°C geröstet. Und - wie Sie beim Grillen -
hat der Mälzer hier die Möglichkeit die Farbe des Malzes zu bestimmen. Ein
Spektrum von »Gerstenfarben« bis »verbrannt« ist hierbei möglich.
Aus Gerste ist nun Malz geworden, das sich grundsätzlich von der Gerste
in folgenden drei Dingen unterscheidet: die Farbe, der Geschmack und die
Härte der Körner, denn Malz ist süß und weich.
Zur Beurteilung des Malzes ("Brauwert") gibt es eine Vielzahl von
physikalischen und chemischen Untersuchungen. Die wichtigste ist ein
"Probemaischen", d. h. das Herstellen einer Bierwürze mit 50 g Malz. Die
Analysenwerte dieser Laborwürze sind ein direkter Maßstab für die
Malzqualität.